AUswandern nach Pattaya - Interview mit Pail MeynsTeil 3

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil3

AUswandern nach Pattaya - Interview mit Pail MeynsTeil 3

Das ist der 3. Teil des Interviews mit Paul Meyns von auswandern-thailand.com, einem Deutschen, der mit Frau und Kind nach Thailand ausgewandert ist. Das Interview ist sehr spannend und ausführlich, warum ich es der besseren Lesbarkeit wegen in 3 Teile unterteilt habe.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

 9. Was gefällt Dir an Deinem Leben in Thailand? Was weniger? Gibt es etwas das Du vermisst?

Was mir gefällt, sind einmal die schon genannten gesundheitlichen Vorteile. Die Wärme ist das Wichtigste, die pure Sonne muss ich nicht unbedingt haben. Jetzt in der sog. Regenzeit, die in Pattaya ja immer sehr moderat ausfällt, ist es für mich oft genau richtig: warm, aber nicht heiß.

Was mir überhaupt nicht gefällt, ist der Umgang der Thais mit Abfall, Müll und Lärm, was eine andere Art von Abfall ist. Hier sind die schmalen Bürgersteige, z. B. an der Jomtien 2nd Road so kaputt, dass man dauernd auf die Fahrbahn ausweichen muss. Diese riesigen, kratergroßen Löcher und Baustellen bestehen anscheinend seit Jahren und sind mit Abfällen, Unrat und Wasser gefüllt und das Gras wächst heraus. Hinter unserer Condo-Anlage sind noch etliche freie Grundstücke, teilweise mit kleinen Seen. Die Grundstücke, die Seen und die Straßen werden von den Thais als beliebte Mülldeponien angesehen und täglich mehr zugeschüttet. Die Natur ist den Menschen hier keinen Cent wert. Dieses Verhalten stört mich immer noch oder immer wieder, aber grundsätzlich wusste ich vorher, dass es in Thailand und Süd-Ost-Asien so ist. Es war vor vierzig Jahren in Italien nicht viel anders, viel Müll an Stränden und Straßen. Allerdings waren die Straßen, Häuser und Plätze dort immer schon sehr schön anzusehen und eine Klasse für sich. Sehenswerte Architektur und ansprechende Bauten, schön gestaltete Straßen und Plätze, das fehlt hier in Pattaya und in Thailand generell völlig.

Was ich vermisse ist Kultur, d. h. schöne Kunstausstellungen von namhaften Künstlern in wunderbaren Museen oder Ausstellungshallen. Die vielen Wats und Tempel in Thailand sind schön und gut, aber auf Dauer genauso einseitig und langweilig, wie immer nur Kirchen oder Klöster anzuschauen.

Nahrungs- oder Genussmittel, die man hier nicht bekommt, lass ich mir gelegentlich von Freunden aus Deutschland mitbringen. Also an bestimmter Schokolade, an gutem Käse oder Salami fehlt es letztlich nicht. Und mein Jeeper auf manche Dinge hat auch nachgelassen.

10. Planst Du für immer in Thailand zu bleiben oder könntest Du Dir auch vorstellen wieder nach Deutschland zurück zu kehren?

Diese Frage kann ich nach gut einem Jahr überhaupt noch nicht beantworten. Ich kann mir vorstellen lange hier zu bleiben, ob in Pattaya oder anderswo entlang der Ostküste völlig offen. Ich kann mir gut vorstellen woanders in Thailand zu leben, aber eher in oder in der Nähe einer größeren Stadt. Chiang Mai hat mir gut gefallen, Udon Thani, Surin oder andere größere Städte im Isaan weniger. Aber man kann dort überall gut leben, wenn man einen schönen Platz für sich gefunden hat. Für die meisten wird der eher auf dem Land in der Nähe dieser Städte liegen. Soweit bin ich noch nicht. Unser Grundstück im ländlichen Isaan, auf den Namen unseres Sohnes gekauft, wird von der Familie bewirtschaftet und es wachsen Mangos, Bananen, Süßkartoffeln und vieles andere dort und das wird so bleiben.

Es wird auch sehr von unserem Sohn abhängen, wenn er nächstes oder übernächstes Jahr in die Schule gehen muss, wo wir leben werden. Bis dahin werden wir wissen, ob wir als Schulstandort Deutschland oder Thailand für ihn wollen. Und dort werden wir dann auch den größten Teil des Jahres leben. Leider sind die Ferien in D. so zerhackt und übers Jahr verteilt und es gibt keine wirklich langen Sommerferien wie in anderen Ländern, in denen man dann länger nach Thailand gehen könnte. Hinzu kommt: Meine Frau lebt ohnehin viel lieber in Deutschland und es wäre überhaupt kein Problem für sie wieder dort zu leben, auch weil sie dort leichter eine Arbeit findet und zu besseren Bedingungen als in Thailand. Und das kühl-nasse Wetter, ist nur ein Thema für Deutsche. Thais gehen da anscheinend anders mit um. Sie hat noch nie in D. gefroren oder auch nur einen Tag übers Wetter gejammert.

11. Hast Du abschließend ein paar Tipps für auswanderungswillige Leser bereit?

Man sollte vorher unbedingt ein paar Mal im Land gewesen sein und möglichst sich schon vorher mehrere Orte angesehen haben. Man sollte die Übersiedlung, egal ob ganzjährig oder nur für mehrere Monate jedes Jahr, sehr genau planen. Vor allem sollte man seine Finanzen nicht rosig rechnen, denn das Leben ist in Thailand für Farangs wesentlich teurer als für Thais, weil wir nicht so “ärmlich” leben können und wollen wie diese. Früher wurden mal 300, dann 500, jetzt 800 Euro als gesamte Lebenshaltungskosten für Thailand genannt, mit denen man hier gut (!) leben könne. Ich rede hier nicht von den reinen Kosten für Nahrung, Unterkunft und Kleidung, sondern denke dabei an alle möglichen Kosten, auch wenn manche nur unregelmäßig oder selten auf einen zukommen.

Ich würde sagen, auch mit 800 € muss man sich schon deutlich einschränken und darf nur noch jeden Tag Reissuppe und Nudeln an einer Garküche essen. Vor allem, wenn man die Kosten für eine Krankenversicherung hinzu rechnet und das sollte man unbedingt. Auch ein eventuell mal notwendiger oder erwünschter Rückflug und dessen Kosten werden meistens großzügig übersehen und bleiben außen vor. Und wenn, dann werden nicht wirklich alle Kosten zusammen gezählt. Ein Flug besteht nicht nur aus dem Preis für das Ticket, da kommen noch die Kosten für An- und Abfahrten, Versicherungen, Verzehr, evtl. Zwischen-Unterkunft und andere Dinge hinzu. Das läppert sich.

Und mit Kindern kann Thailand sehr, sehr teuer werden, vor allem, wenn man europäische Standards an Schulbildung anstrebt. Schulgeld von bis zu 800 € monatlich sind nichts Ungewöhnliches. Und drei Krankenversicherungen, die in Thailand und mindestens einige Wochen jedes Jahr auch in Deutschland gelten, kosten eine Menge Geld. Wir zahlen aktuell rund 550 € und das ist vergleichsweise noch nicht mal viel. Wer über 65 oder 70 ist, kann das leicht schon für eine Person aufbringen müssen jeden Monat. Eine abgespeckten Thai-Versicherung, wo beispielsweise nur ein stationärer Aufenthalt bis zu gewissen Höchstsummen versichert ist, ist einiges billiger. Aber dafür hat man eben auch ein größeres Risiko, dass man damit nicht hinkommt. Nehme ich einen meiner drei schweren Unfälle, weiß ich, dass ich das hätte in Thailand nicht behandeln lassen können und hätte die Thai-Versicherung dann auch die Behandlung in Deutschland plus anschließender Reha bezahlt. Vom Flug ganz zu schweigen. Wohl kaum!

Für viele Ältere ist Thailand dennoch die beste aller Lösungen, die haben sich gut eingerichtet hier und kommen klar. Das gilt für die Mehrheit, aber eben nicht für alle. Eine nicht gerade kleine Minderheit an älteren (oft auch schon jüngeren) Farangs kommt eben nicht so gut zurecht. Hier nicht und wahrscheinlich in ihrer Heimat auch nicht. Manche führen auf Grund des engen Finanzrahmens notgedrungen einen eher ärmlichen Lebensstil, das macht meistens nicht glücklich und andere fassen nicht richtig Fuß hier. Da wird dann vieles mit Alkohol und Sex, wenn das Geld dafür noch reicht, immer wieder zugedeckt. Bis es irgendwann nicht mehr geht. Etliche leben ein eher karges Leben hier und ich glaube nicht, dass sie sich ihren Lebensabend wirklich so gewünscht haben. Für das nächste Non-Immigrant-Visa muss man ein Bankguthaben von bis zu 800.000 Baht nachweisen können und sich u. U. dieses immer wieder bei Bekannten zusammen leihen und für drei Monate auf das eigene Thai-Konto packen, weil man diese Bescheinigung der Bank über die Ersparnisse braucht. Oder man spart auf einige tausend Baht, um das Visum in der Immigration “unter dem Tisch zu kriegen”. Das macht jedes Jahr enormen seelischen Druck, vor allem, wenn es mal nicht mehr klappen sollte.

Ich kenne hier Rentner, über 70, die haben einige tausend oder eher zehntausend Euro Ersparnisse und sich genau ausgerechnet wie viele Jahre sie ihren Pattaya-Lifestyle mit Wein, Bier und Weib noch so weiterführen können. Und wenn in einigen Jahren das Geld verpulvert ist, werden die meisten vermutlich nicht sagen, ach, waren das schöne Jahre hier und ich bin dankbar dafür und jetzt lebe ich halt die kommenden Jahre ohne all diese schönen Dinge weiter bis an mein Ende. Das dürfte schwer werden, vor allem, wenn dann noch gesundheitliche Probleme, die bei etlichen irgendwann hinzu kommen.

Irgendwann wird der thailändische Staat womöglich eine Krankenversicherung zur Pflicht machen und dann dürften mindestens 50 % der über 65jährigen hier finanziell nicht mehr zurecht kommen und nach Deutschland zurück müssen. Dieses Damoklesschwert ist noch einigermaßen weit weg, aber nicht ganz unrealistisch.

Und man sollte, auch wenn es einem manchmal schwer fällt, lernen, über vieles hinweg zu sehen, was hier nicht klappt oder einfach anders ist. Sonst macht man sich das Leben zu schwer und wird zu einem freudlosen Nörgler. Und wer die Männergruppen an den Beaches und in den Bars kennt, die dort jeden Tag aufschlagen, der weiß, dass meistens geschimpft wird, auf alles in Deutschland sowieso und auf Thailand im Besonderen.

Das soll nicht heißen, dass man alles gut finden soll, wie es hier ist. Man muss halt wie sonst auch im Leben differenzieren können, zwischen dem was einfach Thailand und seine Menschen ausmacht und auszeichnet und dem was abstellbare und nicht tolerierbare Mängel sind. Wenn zum Beispiel in einer Condo-Anlage kein einziger Feuerlöscher greifbar oder installiert ist, bzw. alle nicht mehr zulässig sind, da viel zu alt und sie nie überholt wurden, dann sollte man das nicht mit DiT, “Das ist Thailand” und mit einem herzhaften Lachen übergehen. Denn das ist einfach nur kriminell und sonst gar nichts und muss dringend geändert werden.

Paul, vielen Dank für das Interview!

Hier findest Du Teil 1 und Teil 2 dieses Interviews.

AUswandern nach Pattaya - Interview mit Paul MeynsTeil 2

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil2

 

Das ist der 2. Teil des Interviews mit Paul Meyns von auswandernthailand.coAUswandern nach Pattaya - Interview mit Paul MeynsTeil 2m/, einem Deutschen, der mit Frau und Kind nach Thailand ausgewandert ist. Das Interview ist sehr spannend und ausführlich, warum ich es der besseren Lesbarkeit wegen in 3 Teile unterteilt habe.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

5. Hast Du vielleicht ein paar “Geheimtipps für Pattaya”, die der normale Urlauber nicht kennt?

Da fallen mir viel eher die hässlichen Seiten und Orte von Pattaya ein, als die schönen, denn die sind rar gesät. Pattaya bietet vieles, aber nichts wirklich Schönes. Keine schöne Architektur, keine alten oder auch neuen Gebäude mit Charakter und Klasse, sondern oft das genaue Gegenteil. Keine schönen Straßen und selbst die Strände sind eng und hässlich und das Wasser oft verschmutzt. Das ist leider die Wahrheit, die viele, die hier als Expats leben nicht gerne hören und das lieber ausblenden und noch ein “Leo” oder „Chang“ bestellen. Es gibt hier eigentlich nichts, was mit irgend einer deutschen oder europäischen Großstadt mithalten könnte. Nicht einen schönen Park, außer Nong Nooch außerhalb, aber das ist auch kein Park wie ihn jede Großstadt hat, zum spazieren gehen, Ball spielen, sonnenbaden, Fahrrad fahren oder auf einer Parkband in die Sonne blinzeln. Das ist eher ein Disneyland-Park, klein, auf engstem Raum und alles künstlich auf Park gestylt. Und Asiaten glauben wahrscheinlich auch, dass Parks immer so künstlich und wenig natürlich aussehen. Das mögen die Asiaten anscheinend so bzw. sie kennen es nicht anders.

Wäre Thailand in seiner Geschichte ähnlich wie Vietnam, Kambodscha und Thailand von einer europäischen Kolonialmacht beherrscht worden, hätte man sicherlich baulich in Bangkok und anderen Städten viele schöne Häuser und intakte Straßen der Gründerzeit erhalten. So hat Thailand immer in seinem eigenen Saft geschmort und hat dadurch viele Impulse verpasst. Und eine weitere These: Hätte es die Kolonialkriege der Franzosen in den 50er Jahren in Indochina und dann der Vietnamkrieg der US-Amerikaner nicht gegeben, wäre die wirtschaftliche Entwicklung Vietnams als ein Beispiel sicherlich viel dynamischer gewesen und Thailand hätte dann nicht von der Rückständigkeit Indochinas profitieren und sich so entwickeln können, wie es jetzt passiert ist.

Aber noch ist die Geschichte Süd-Ost-Asiens nicht geschrieben, alles entwickelt sich dynamisch weiter und die alten französischen Kolonial-Staaten holen gewaltig auf und könnten Thailand eines Tages einholen oder sogar überholen.

Jetzt habe ich ein wenig abgeschweift. 🙂 Meine Tipps für Pattaya sind eher kleinere Sachen, keine Blockbuster dabei. So gefällt mir der Fischmarkt in Naklua, also in Nord-Pattaya gut. Der ist uralt und hat damit einen eigenen Charakter. Man läuft teilweise durch die engen Gänge mit den Meerestieren links und rechts über Bretter und Bohlen, darunter ist Wasser. Man kann mit dem Baht-Bus vom Delphin-Kreisel am Eingang zu Naklua dorthin fahren, vielleicht 3 km bis zum Lan Pho Public Park der direkt davor in einer Kurve liegt.

Der Fischmarkt in Naklua findet täglich statt. Eine große Auswahl an fangfrischen Fischen, Muscheln, Krebse und Gemüse sind hier zu günstigen Preisen zu bekommen. Einige Restaurants sind auch vertreten. Auf den Karten wird Naklua oft auch Nah Klua oder Na Kluea geschrieben.

Gerne sind wir auch zur Abwechselung und zum Einkauf des täglichens Bedarfs nach Pattaya zur Pattaya Tai, Ecke Soi Buakhao gefahren. Kurz dahinter liegt der Soi Buakhao Market, den es immer nur Dienstags und Freitags tagsüber gibt.

Hier werden Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug, Essen, Musik CDs und alles Mögliche für den täglichen Gebrauch angeboten. Auch einige Bargirls sind hier anzutreffen, um dort das über Nacht verdiente Geld in neuen Schuhen oder Kleider zu investieren. Meistens ist aber auch die „Große Urlaubsliebe“ bei der morgenlichen Einkaufstour mit dabei, wo dann die Shoppingtour etwas größer ausfällt, da der „Custumer“ ja alles bezahlt.

In Pattaya ist es schön, ab und zu mal auf den Hügel zum Big Buddha zu fahren, dem höchsten Punkt der Stadt. In der Nähe, etwas darunter und davor, befindet sich auch der Pattaya Aussichtspunkt. An beiden Orten kann man sich ein wenig bewegen und abschalten, einen Hauch von Natur und vor allem den großartigen Blick über die Bay von Pattaya genießen. Allerdings ist gerade ein Riesenhotel im Bau, dass diesen ungestörten Blick bald kräftig stören und unmöglich machen wird. In Pattaya sind Geld und Gewinne stets wichtiger als jede Stadtplanung und der Erhalt der wenigen natürlichen Attraktionen. Und die „blöden Touristen“ werden ja eh weiterhin kommen, davon wird grundsätzlich hier ausgegangen und damit ist das Thema erledigt.

Ansonsten muss man weiter fahren, wenn man etwas schönere, breitere oder ruhigere Strände sehen will. Entweder in Richtung Satthahip und Rayong im Osten oder westlich nach Sri Racha oder Bang Saen. Die Qualität des Wassers und der genannten Strände variert stark. Oder man fährt auf die sehr schnell vom Bali Hai Pier in Pattaya zu erreichende Insel Koh Lan oder die mit einer Autofahrt verbundene Überfahrt zu Koh Samet, Richtung Rayong. Beides hat seine Reize und ist eine schöne Abwechselung, vor allem in der Woche. Am Wochenende kommen die Tagestouristen aus Bangkok, dem nördlichen Thailand und dem Isaan. Dann wird es laut und voll, es wird gern und viel Whisky getrunkenen und oft laut eine bestimmte bei Thais beliebte Disco-Musik gespielt.

6. Wovon bestreitest Du Deinen Lebensunterhalt in Thailand?

Wir leben von meinen Altersbezügen und wenn es nicht reicht geht es zur Not an die Substanz, an die Rücklagen. Ich arbeite hier nicht, ist ja auch strikt verboten, selbst ohne Bezahlung dürfte man nicht arbeiten, mit einem Non-Immigrant-Visum-O. Meine Frau hat bislang keine angemessene Arbeit gefunden, wo sie ihre bislang guten deutschen Sprachkenntnisse einbringen kann. Leider sind die thailändischen Arbeitgeber sehr starr in ihrem Denken. Sie wollen einen Angestellten am liebsten für wenig Geld, aber dann den ganzen Tag und möglichst sieben Tage die Woche “kaufen” und frei nach ihrem Gusto über ihn verfügen.

Eine Arbeitszeit von früh morgens von 7 oder 8 h bis abends um 20 oder 21h wurde ihr angeboten, als Dolmetscherin in einem Hospital in Pattaya für deutsch-, im Einzelfall auch für englisch-sprachige Patienten. Sie hätte aber ständig im Hospital in einer Art Rufbereitschaft bleiben müssen und sich dort bereithalten müssen für einen eventuellen Einsatz. Also insgesamt vermutlich zu 80 % Leerlauf jeden Tag. So ähnlich wie das in Thailand im Einzelhandel jeden Tag zu beobachten ist, wo die Verkäufer gelangweilt stundenlang auf einen Käufer warten müssen. Aber wer in Deutschland gearbeitet hat, der hat dazu verständlicherweise keine große Lust mehr, denn es würde bedeuten, dass meine Frau unseren Sohn praktisch nur noch an den wenigen freien Tagen überhaupt zu sehen bekäme. Für uns nicht akzeptabel, selbst bei einem überdurchschnittlichen Gehalt, was angeboten wurde, nicht.

7. Sprichst Du Thai? Wenn ja, wie hast Du es gelernt? Wenn nein, siehst Du das als problematisch für Dein Leben in Thailand an?

Ich spreche kein ausreichendes Thai, außer einigen Floskeln für den täglichen Umgang. Meine thailändische Familie hat das schon seit langem kritisiert, sie wollen sich gerne mit mir direkt unterhalten können, sagten einige. Nur ein Wort jeden Tag bräuchte ich doch lernen, hat ein Onkel mal vorgeschlagen. Dabei ist es geblieben. Ich weiß, dass ich in jungen Jahren Sprachen leicht in mich aufsaugen konnte, egal wo ich in Urlaub war. Aber das waren Sprachen der europäischen und lateinischen Sprachfamilie. Komme ich heute nach Spanien, Italien oder auch Niederlande oder Dänemark, lerne ich jeden Tag im vorbeigehen neues. Das ist ganz leicht.

Aber das Thailändische hat damit nun überhaupt nichts gemein und dann auch noch die andere Schrift. Und wenn ich in Kambodscha oder Laos bin, ist dort die Sprache und die Schrift noch wieder anders. Also da fehlte mir bisher die Motivation. Allerdings habe ich mir hier auch Unterrichtsstunden bei drei verschiedenen Thai-Lehrern in den angesagten Instituten probeweise angesehen. Das hat mich nicht überzeugt, die Lehrmethoden sind von anno dazumal, das ist eine umständliche Quälerei und müsste mit modernen Methoden leichter und schneller gehen. Habe einen Tipp für ein modernes Institut in Bangkok bekommen, das werde ich mir mal ansehen.

Und mit meiner Frau ging das Lernen noch nie gut, das gibt zu schnell Streit. Und sie will es auch nicht, sie hat auch ihr Deutsch in Deutschland sehr gut in den Pflicht-Sprachschulen gelernt und nur ein wenig mit und von mir. Und da ist sie stolz drauf. Einige Thais und andere Zuwanderer lernen dort dennoch sehr wenig deutsch, selbst nach 800 oder 1000 Stunden. Das liegt immer auch an der eigenen Motivation und Einstellung und auch daran, wieviel und welche Schulbildung man früher in Thailand genossen hat, welche Voraussetzungen man mitbringt. Ob man das Lernen überhaupt gelernt hat. Und ich behaupte es liegt auch daran, ob man den Kurs vom deutschen Staat kostenlos kriegt oder ob man dafür voll bezahlen muss, wie es bei uns war. Zahlt man selbst, hat man sofort eine andere Einstellung und will auch etwas erreichen.

8. Du bist ja mit Kind ausgewandert. Welche besonderen Schwierigkeiten waren bzw. sind damit verbunden?

Wie schon angedeutet, war es nicht leicht einen guten Kindergarten für unseren Sohn hier zu finden. Wir haben uns etliche vorher angesehen und dennoch zunächst voll daneben gegriffen. War einerseits aber auch hilfreich, weil ich jetzt genau weiß, wie so ein Tag eines kleines Kindes in einem eher durchschnittlichen staatlichen thailändischen Kindergarten aussieht. Ganz schrecklich, denn die meiste Zeit musste unser Sohn dort stillsitzen, solltte überdies still sein und sollte sich immer nur das ansehen und anhören was zwei Lehrerinnen, hier gibt es ja keine Erzieherinnen, vormachen und höchstens mal im Chor etwas nachplappern. Im ersten Kindergarten waren etliche Kameras in jedem Raum des Kiga untergebracht und so konnten die Eltern das zu Hause live mit erleben. Nach gut drei Wochen dieser Tortur haben wir ihn herausgenommen, denn ein Gespräch mit der Leitung erwies sich als sinnlos. Die verstehen unsere Bedenken und Wünsche gar nicht, man redet aneinander vorbei, ach wenn auf Thai gesprochen wurde. Die Lehrerinnen dort kennen es eben selbst nichts anders, sind ihrem Denken verhaftet und da sind uns die kulturellen Unterschiede im Denken und Fühlen zwischen Asiaten und Nordeuoropäern sehr deutlich ins Auge gesprungen.

Schlecht ist ferner, dass wir soweit von den anderen Kindern und dem Kiga entfernt leben, dass außerhalb des Kiga ein Kontakt schwierig ist und meistens ausbleibt. Das war in D. im Stadtteil leichter, auch wegen der öffentlichen Verkehrsmittel, die es hier ja überhaupt nicht gibt. Oder wie soll man zur “Dark Side”, mit den unendlich vielen neuen Village-Ghettos auf der anderen Seite der Sukhumvit und der Bahnlinie von Pattaya kommen, außer mit Auto oder Motorbike bei ständig dichtem Verkehr und verpesteter Luft dorthin und zurück.

Ferner kennt man in Thailand keine öffentlichen Spielplätze! Es gibt sie einfach nicht. Wenn, dann sind es welche in privaten in Condo-Anlagen oder Villages. Das ist schrecklich für Kinder in der Stadt. Und Radfahren oder Fußballspielen, was er in D. so gerne draußen gemacht hat, geht hier auch überhaupt nicht. Alles ist zugebaut oder man darf oder kann verwaiste, unbebaute Grundstücke nicht betreten. Es auch gibt keine freien Sport- oder Bolzplätze, keine Fahrradwege, nicht mal halbwegs passierbare Bürgersteige. Meistens viel zu schmal, oder ohnehin kaputt, baufällig mit riesigen Kratern oder vollgestellt mit Masten, Kästen, Mülltonnen etc.

Und so sitzen die meisten Thai-Kinder in der Stadt vor der Glotze oder haben ein Tablet vor sich. Bewegung und Bewegungsspiele dürften die ihre ganze Kindheit über nicht kennen lernen. Für Thais normal, für Europäer ganz schrecklich. Vielleicht gleichen die Schulen oder der Schulsport einiges aus, aber ich habe da größte Zweifel, was ich so gesehen habe. Alles ist sehr auf Disziplin ausgerichet, da werden die Energien der Kinder immer nur ausgebremst. Auf dem Land sieht es da teilweise besser aus. Dort ist wenigstens mehr Raum sich zu bewegen und mit einem alten Fahrad herum zu fahren, falls ein Kind dort so etwas hat.

Positiv war es die ersten zwei Jahre seines Lebens bei unseren Besuchen in Thailand zu sehen, wie vernarrt die Thais, speziell die Frauen in unseren Farang Noi, dem kleinen Farang, sind. Jeder, ob in Bangkok oder in einem Dorf, wollte ihn auf den Schoß haben und anfassen. Das hat aber jetzt mit drei und vier Jahren stark nachgelassen bzw. aufgehört. Es ist vermutlich so wie mit kleinen Hunden, die hier auf den Märkten angeboten werden. Die sind als Babies ganz süß und knutschig und jeder will gerne eines haben und anfassen, aber nach zehn Monaten wird der fast ausgewachsene Hund auf die Straße geschickt und darf sehen wie er alleine klar kommt. Ich weiß, das klingt böse, aber es hat mich daran erinnert, weil ich den Umgang mit Hunden hier genau so erlebt habe. Aber unser Sohn hat ja primär seine Eltern und die lieben ihn für immer und ewig, egal was immer passieren mag.

Positiv ist auch, dass er dank des Hastin Kindergartens jetzt neben Deutsch auch Thailändisch nahezu perfekt und auch Englisch schon gut spricht. Kleine Unterhaltungen kann er jetzt auch in Englisch bestreiten und man kann ihn auf Englisch ansprechen und er antwortet auf Englisch. Das ist toll und macht uns mächtig stolz und das hätte er in Deutschland mit drei und vier Jahren nicht gehabt und nicht lernen können. Thai natürlich nicht und Englisch nur, wenn wir ihn dort in einen privaten internationalen Kindergarten geschickt hätten. Die staatlichen deutschen Kigä bieten ja meistens nur ein „Early English“ mit fünf Jahren zwei Stunden die Woche an. Das ist gar nichts. Viel zu spät und viel zu wenig. In der frühkindlichen Bildung ist Deutschland immer noch kein moderner internationaler Wirtschaftsstandort, sondern ein stehengebliebenes Agrarland und teilweise auf dem Niveau von Russland und ähnlich rückständigen Ländern. Allerdings dürften die meisten Staaten der EU da fürchterlich weit hinten sein, außer den nordeuropäischen Ländern vermutlich.

Und positiv ist auch, dass er hier in Thailand fast jeden Tag in den Pool gehen kann. Weil das Wetter ganzjährig das Baden möglich macht und weil es hier zwei große Pools mit unterschiedlichen Tiefen und Bereichen in der Condo-Anlage gibt. Und nach Wasser ist er immer noch verrückt. Im Kiga kann er allerdings auch einmal die Woche ins Wasser, da freut er sich schon am Tag vorher drauf. Allerdings scheut er zu unserem großen Leidwesen die 300 oder 400 Meter zum Strand und zum Meer. Er hat beim Baden letztes Jahres nach unserer Ankunft jedes Mal im Meer ein Hautjucken bekommen und wollte dann schon bald überhaupt nicht mehr ins Wasser. Und seitdem steht er dem Meer, dem Baden, aber auch dem Sand am Strand etwas skeptisch und zurückhaltend gegenüber. Das finde ich sehr schade, weil er damit auch oft keine Lust hat, einfach nur am Strand ein wenig mit mir zu Laufen. Und ich laufe gerne am Strand entlang, insbesondere wenn Ebbe ist und wenn dort bei den extrem schmalen Stränden in Pattaya/Jomtien mal herrlich viel Platz ist.

Ich habe ja mit ihm zuletzt einige Male in Jomtien und neulich auch in Hua Hin gebadet, das Hautjucken hat er nicht mehr reklamiert, aber in Jomtien schwamm manchmal Wasser voller Plastikfetzen -tüten um uns herum. Das finde ich überhaupt nicht schön. Und das Wasser sieht hier eben auch einfach dreckiger aus, als auf Koh Lan an den dortigen Stränden beispielsweise. Übrigens haben uns Erwachsene auch vereinzelt von einen Juckreiz nach dem Baden berichtet und wenn ein badebegeistertes kleines Kind so etwas sagt, dann hat es das bestimmt nicht erfunden. Wir selbst haben es bei uns nicht bemerkt.

Hier findest Du Teil 1 und Teil 3 dieses Interviews.

Interview mit Paul Meyns. Ein deutscher Auswanderer in Pattaya – Teil1

AUswandern nach Pattaya - Interview mit Paul MeynsTeil 1

Im heutigen Interview erzählt Paul Meyns von seiner Auswanderung nach Thailand. Paul ist 2013 nach Thailand ausgewandert, hat dies anders als Werner, der ebenfalls bereits auf Phuketastic ueber seine Auswanderung nach Bangkok geschrieben hat, nicht alleine getan, sondern den Schritt gemeinsam mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn gewagt. Über seine Erfahrungen in Thailand berichtet er auch auf auswandern-thailand.com. Regelmäßige Beiträge über Thailand gibt es auch auf seiner Facebook Seite und bei Google plus.

Das Interview ist richtig spannend zu lesen, mit vielen wertvollen Einblicken für jeden der mit dem Gedanken an eine Auswanderung spielt. Da es sehr lang geworden ist habe ich es in drei Teile unterteilt.

In Teil 1 beschreibt Paul, wie es in nach Thailand verschlagen hat, wo er lebt und wie es ihm dort gefällt.
In Teil 2 dreht sich alles darum wie Paul seinen Lebensunterhalt bestreitet, ob er Thai spricht und was die Besonderheiten des Lebens mit Kind in Thailand sind.
In Teil 3 geht es dann darum, wie es Paul in Thailand insgesamt gefällt, ob er sich vorstellen kann für immer hier zu bleiben und seine Tipps für alle, die ebenfalls Auswandern möchten.

1. Hallo Paul! Stell Dich bitte meinen Lesern kurz vor.

Ende August letzten Jahres bin ich mit meiner Frau und unserem damals noch dreijährigen Sohn nach Thailand gekommen. Meine Frau ist eine Thai und hat vorher mit mir gut fünf Jahre in Deutschland gelebt. Ich bin nach drei, teilweise schweren Unfällen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden und nicht mehr berufstätig und so war der Weg frei, aus Deutschland erst einmal auf Probe wegzugehen.

2. Was hat Dich dazu veranlasst Deutschland zu verlassen und nach Thailand zu gehen?

Schon als ich meine Frau kennenlernte und wir heirateten wusste ich, dass ich irgendwann mit ihr in Thailand leben möchte. Dass es so schnell kam, hing mit meinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Beruf zusammen. Ich wollte nach Thailand, da ich mich mein ganzes Leben immer nach viel Wärme und Sonne gesehnt habe. In D. habe ich unter dem oft kühlen Wetter und dem Klima gelitten. Lange, dürre Menschen mit einem niedrigen Blutdruck spüren Kühle und Kälte stärker. Und jetzt kommt mir das Wetter in Thailand zugute, da die Wärme die Muskulatur entspannt und ich dadurch weniger Schmerzen habe. Habe auch keine Erkältungen oder Grippe mehr, hier vielleicht auch nicht, weil ich möglichst jede Aircondition meide. Und dieses Frühjahr 2014 war es das erste Mal seit rund 25 Jahren, dass ich absolut nichts mit Heuschnupfen zu tun hatte, der mich sonst regelmäßig gut zwei Monate ab Februar oder März plagte. Also insofern ist der Aufenthalt in Thailand als einem tropischen Land ein voller Erfolg für mich.

3. Warum hast Du Dich für Pattaya als Deinen Wohnort entschieden?

Es ist nur eine vorläufige und erste Entscheidung. Als wir in Deutschland unsere Übersiedlung planten, habe ich geschaut, wo es denn deutsche Kindergärten und Schulen in Thailand gibt. Bis April 2013 gab es eine kleine private deutsche Schule mit Kindergarten in Pattaya, die zudem noch einigermaßen erschwinglich von den Gebühren war. Das war ein wichtiger Grund, denn es war immer klar, dass unser Sohn nicht in einen normalen Thai-Kindergarten gehen soll. Er sollte möglichst von Anfang an mehrsprachig unterrichtet werden. Leider wurde diese Schule und der Kiga gut vier Monate vor unserer Ankunft unter merkwürdigen Umständen geschlossen und wir mussten uns neu umsehen.

In Pattaya gibt es eine ganze Reihe von privaten Kindergärten, meistens englisch-sprachige, wo aber Kinder vieler Nationalitäten anzutreffen sind. Da haben wir nach langen Suchen jetzt einen guten gefunden, wo er Thai und Englisch parallel lernt und wo der Stil nicht ganz so autoritär ist. Zu Hause wird meistens Deutsch gesprochen. Deutsch ist weiterhin seine erste Sprache, zwar nicht seine Mutter- sondern eigentlich ja eher seine “Vatersprache”, auch wenn meine Frau in D. fast immer Deutsch mit ihm gesprochen hat, auch wenn dazu von Pädagogen nicht geraten wird.

Und das Deutsche soll auch weiterhin gepflegt und überwiegend gesprochen werden. Er soll alle Möglichkeiten einer Rückkehr nach Deutschland behalten und es soll nicht an schlechten Deutsch-Kenntnissen scheitern. Ich finde es traurig, wenn Deutsche Väter hier in Thailand ihren Kinder kein ausreichendes Deutsch beibringen. Damit schaden sie ihren Kindern und nehmen ihnen eine wertvolle Möglichkeit.

Ich glaube, die meisten Kinder wollen später lieber in Deutschland leben, wenn sie gut deutsch sprechen. So haben wir das bei den Kindern von Thai/Deutschen, als auch von reinen Thai-Paaren in Deutschland immer wieder erlebt. Da denkt kaum ein Kind daran, egal wie alt, später einmal in Thailand zu leben. Außerdem ist das Thai-Schulsystem so anders und unter dem Strich miserabel, dass unser Sohn vielleicht doch in Deutschland zur Schule gehen wird. Die Privatschulen, vielleicht außer der Christlichen Deutschen Schule in Chiang Mai sind dazu sehr, sehr teuer und bieten dennoch nicht immer das angestrebte Niveau.

4. Was gefällt Dir an Pattaya?

Wenn man vorhat nach Pattaya oder auch Jomtien zu ziehen, kriegt man erst einmal viel Wind von vorne. Und zwar von allen Seiten, in Deutschland wie in Thailand. “Du kannst doch nicht mit einem Kind nach Pattaya gehen …”, “Pattaya ist der größte Puff der Welt, da willst du hin???” usw. Das sagen nicht nur Leute, die noch nie in Pattaya oder Thailand waren, sondern auch in Thailand lebende Farangs und da haben etliche eine sehr negative Einstellung zu Pattaya.

Manche sagen es einem direkt, viele halten sich bedeckt, aber man merkt es. Und an vielem was da gesagt wird, ist ein bisschen was dran. Dass es hier ein großes sog. Rotlichtmilieu gibt, war nicht entscheidend und nicht wichtig. Aber dass unser Sohn hier in einen guten Kindergarten oder später vielleicht in eine gute Schule gehen könnte und dass er vor allem hier auch glücklich mit uns und anderen Kindern leben könnte, das wog selbstverständlich viel schwerer.

So sind wir erst einmal in Jomtien gestartet, weil wir hier nur gut dreihundert Meter vom Strand leben und das ist klasse. Und es zählt, dass Pattaya eine Großstadt ist, die Farangs vieles bietet, auch zum Einkaufen. Auch dass wir schnell mit dem SongThaew für 10 Baht pro Person im Minutentakt den ganzen Tag über nach Patty hin- und zurückfahren können, was z. B. in Phuket bei der Taxi-Mafia auch nach den jüngsten Säuberungen vermutlich weiterhin unvorstellbar bleibt, ist schon toll und ein gewichtiger Standortfaktor. Und weil wir wie gesagt hier mehrere englischsprachige Kigä vor Ort haben, was in anderen Regionen Thailands nicht gegeben ist. Außerdem ist Pataya gegenüber Bangkok, Phuket oder Koh Samui auch immer noch billiger bei den Mieten und einigen anderen Lebenshaltungskosten. Selbst die Mädchen in den Bars sollen hier weniger kosten. 🙂

Und mal eben nach Bangkok zum Einkaufen oder bummeln oder zum Suvarnabhumi oder Dong Muang Aiport, das geht von hier einigermaßen schnell, jedenfalls für thailändische Verkehrsverhältnisse. Die Staus fangen schon vor, aber spätestens am Rand von BKK an und kosten immer wieder viel Zeit. Man sollte nur von Montag bis Donnerstags in die Hauptstadt fahren und nie an Feiertagen.

Darf ich ein wenig ausholen und einen Blick in die Zukunft werfen? Ein bekannter deutscher Immobilienmakler, der 19 Jahre in Pattaya lebt, hat vor wenigen Tagen auf dem Treffen des Deutschen Expats-Clubs gesagt, dass Bangkok und Pattaya in spätestens 20 Jahren eine große Region, wenn nicht eine Stadt sein werden. Alles was jetzt noch halbwegs an Grundstücken und Land zwischen den beiden Städten frei erscheint, wird bis dahin verplant und verbaut sein. Nicht nur der Wohnungsbau wird weiter expandieren, vor allem werden die Industrie, Büros und Verwaltungen und damit auch der Verkehr enorm zunehmen. Das wird mit Sicherheit so kommen, den ich. Pattaya wird nicht ein zweites Hongkong werden, weil es ja (noch) viel Hinterland hat, aber die Verdichtung der Bebauung wird sich in ähnlicher weise gestalten. Man sieht das ja jetzt schon immer deutlicher bei den Hochhausern die hier eng an eng und ohne jedes freie Grundstück, ohne Grün und Bäume, ohne einen einzigen Park hingeklotzt werden. Es werden immer nur ein paar Alibi-Pflanzen und Palmen gesetzt. Und bei dem nächsten Starkregen steht wegen der extremen Versiegelung des Bodens alles unter Wasser. Aber das interessiert die Bau-Projektierer nicht und die Stadtverwaltung von Pattaya? Das kann man nur rätseln, was die machen bzw. ob die sich damit überhaupt befassen (dürfen)? Stadtplanung kann man hier nicht erkennen.

Und die Pläne der alten Regierung von Yingluck Shinawatra, als auch der jetzigen Militärregierung für eine Schnellbahn zwischen Pattaya und BKK, die weiter geht nach Nord-Thailand bis an die Grenze zu China, werden dazu führen, dass hundertausende, die jetzt noch in Bangkok leben, sich eine Wohnung oder ein Haus in oder in Richtung Chonburi und Pattaya kaufen werden. Auch wegen der ständigen Gefahr von Hochwasser in Bangkok und anderer Probleme dort. Pattaya wird eine Boomregion bleiben und sogar noch viel mehr werden als sie jetzt ist. Die meisten Bahts, angelegt in “Betongold”, werden sich hier langfristig rentieren. Gerne wird jetzt angesichts der gegenüber 2013 nahezu verdoppelten Fertigstellungen an Condos (27.000 neue Condos allein für 2014) von einer sich allmählich bildenden Immobilienblase gesprochen. Generell ist das zu pessimistisch, denn gut 60 % der Wohnungen werden noch vor Fertigstellung verkauft. Aber es gibt wie überall Lagen, die sind problematisch und andere Lagen werden dagegen überrannt. Das ist in jeder Stadt und überall auf der Welt grundsätzlich so. In den letzten 25 Jahren sind die Immobilien-Preise in Pattaya und Thailand mit gewissen Schwankungen immer weiter gestiegen. Und das wird noch lange so bleiben, die Entwicklung Thailands von einem uralten Agrarland hin zu einem modernen Industriestandort ist noch lange nicht beendet. Der Tourismus wird daneben weiterhin seine Rolle spielen, aber seine Bedeutung nimmt gegenüber Industrie und Herstellung insgesamt ab.

Ob es dann noch lebenswert ist, in Pattaya oder der Region Chonburi zu leben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sicherlich wird diese unaufhaltsame Entwicklung des Großraumes Bangkok enorme Umweltprobleme produzieren, wovon Smog und ständig giftig-dreckige Luft von Bangkok-City bis Pattaya an der Beach Road nur ein Thema sein werden. Das wäre nicht einmal etwas Neues, denn dreckige Luft hat man jetzt schon jeden Tag an vielen Stellen in Pattaya, Naklua und Jomtien, vermutlich deutlich mehr als in jeder deutschen Großstadt.

Hier findest Du Teil 2 und Teil 3 dieses Interviews.

Gib Zweiflern keine Chance! Wie Du das richtige Support Netzwerk aufbaust

_Du bist der Durchschnitt der 5 PersonenWenn Du einen Traum hast, ein großes Ziel, dann sind sie meist nicht fern.

Zweifler. Besserwisser. Pessimisten.

Meist sind es die Menschen, die Dir am nächsten stehen. Mit denen Du die meiste Zeit verbringst. Menschen auf deren Urteil Du vertraust und Wert legst.

Sie meinen es auch nicht böse, wenn sie Deine großen Träume als Luftschlösser und Hirngespinste abtun und Dich dazu auffordern wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Dich auffordern doch endlich vernünftig zu sein.

Sie sagen Dinge wie:

Was wenn Du scheiterst? Was wenn es nicht klappt? Was wenn Du alles aufgibst für Deinen Traum und dann arbeitslos auf der Straße stehst? Jetzt hast Du es doch gut! Die meisten Menschen würden alles dafür geben, um in Deiner Situation zu sein!

Und das Schlimme dabei ist, dass Du Dir genau die selben Fragen auch schon gestellt hast. Natürlich hast Du Angst davor, dass es genau so kommt. Dass alles schlecht läuft.

Und darum hast Du Dich ja auch mit Deinen Zweifeln an Dir vertraute Menschen gewandt. Aber nicht um in diesen Zweifeln noch bestärkt zu werden, sondern um positive Unterstützung zu bekommen.

Das Problem aber mit den meisten Menschen in unserer Umgebung ist, dass sie ihre eigenen Ängste und Zweifel auf Dich projizieren. Weil sie sich nicht vorstellen können, dass es möglich ist ein so unrealistisch erscheinendes Ziel zu erreichen, wie Du es Dir vorgenommen hast. Vielleicht weil sie noch nie davon gehört haben. Z.B., dass es möglich ist sein Geld im Internet zu verdienen.

Oder weil sie sich nicht vorstellen können, dass es eine gute Idee sein kann die Uni abzubrechen und sein eigenes Ding zu machen (zu diesem Thema empfehle ich übrigens den Blog von Ben).

Sie sorgen sich, weil sie Angst haben, dass Du (ohne Studium) als Hartz4 Empfänger endest. Vielleicht aber auch weil sie ihre eigenen Träume schon lange begraben haben und es Dir nicht gönnen, dass Du es zumindest versuchen willst.

Was auch die tieferen Gründe sein mögen. Sie meinen es nicht böse. Sie wissen es nur nicht besser. Und halten Dich mit ihrer Unwissenheit zurück.

Und darum solltest Du diese Zweifler am besten meiden!

Damit will ich nicht sagen, dass Du den Kontakt zu Deiner Familie abbrechen solltest. Natürlich nicht! Aber Du solltest Dir sehr gut überlegen, wem Du von Deinen Träumen und Plänen erzählst. Gerade am Anfang, wenn Du selbst noch daran zweifelst ob Du Deine Ziele erreichen kannst ist Dein Traum ein zartes Pflänzchen, das vor schlechten Einflüssen geschützt werden muss.

Genau wie eine kleine Pflanze einen fruchtbaren Boden, viel Sonne und Wasser mit dem richtigen Dünger braucht. So braucht Dein Traum das richtige Umfeld mit positiver Energie, Zuversicht und konstruktiver Kritik von Menschen, die schon da sind, wo Du hinwillst.

Wenn Du die ersten kleinen Erfolge gefeiert hast, wie erste Kunden, erste Einnahmen, erstes positives Feedback, die Dir versichern, dass Du auf dem richtigen Weg bist, dann fällt es Dir viel leichter mit Kritik und Zweifeln von Menschen aus Deinem Umfeld umzugehen. Weil Du Dir bereits selbst bewiesen hast, dass Deine Idee, Dein Traum Potential hat.

Aber auch dann ist Dein kleines Pflänzchen noch immer sehr verletzlich. Genau wie ein plötzliches Unwetter Deine Pflanze schädigen kann, so können unvorhergesehene Probleme Deinen Traum gefährden. Auch für diesen Fall brauchst Du das richtige Netzwerk an Helfern. Im Gegensatz zu Zweiflern und Kritikern, die es schon immer wussten, dass das nichts werden kann, geben sie Dir Halt und bringen Dich wieder auf den richtigen Weg.

Wo aber findest Du ein solches Netzwerk an Unterstützern?

Dafür gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Für die meisten musst Du noch nicht einmal das Haus verlassen. Für eine brauchst Du noch nicht einmal eine andere Person.

Folge Menschen, die bereits da sind wo Du hinwillst!

Vermutlich machst Du das ohnehin schon zu einem Teil. Finde online Menschen, die bereits das tun, was Du tun willst. Finde andere erfolgreiche Menschen von denen Du lernen kannst. Lies ihre Blogs, höre ihre Podcast, kaufe ihre Bücher und Kurse (zumindest, wenn diese thematisch für Dich Sinn machen und Du Dich dafür nicht verschulden musst). Lies Biographien von erfolgreichen Menschen.

All das hilft Dir dabei ihre Denkweisen zu verinnerlichen. Deine eigene Denkweise zu verändern. Zu sehen was möglich ist. Und zu beginnen daran zu glauben, dass auch Du es schaffen kannst.

Kontaktiere Menschen, die auf dem gleichen Niveau sind wie Du

Falls Du einen Blog aufbauen möchtest sich Dir andere Blogs in Deiner Nische, die ebenfalls noch relativ am Anfang sind und kontaktiere die Betreiber. Sie sind meist noch nicht so beschäftigt wie die „großen“ Blogger. Ihr könnt Euch gegenseitig unterstützen, Tipps geben und austauschen, gegenseitig Gastartikel schreiben etc. Der Austausch kann per Email oder Skype oder sogar in Person erfolgen.

Der Vorteil dabei ist, dass Du es mit Menschen zu tun hast, die in ähnlicher Situation stecken wie Du selbst. Sie teilen vermutlich Deine Ängste und Sorgen und haben daher Verständnis und ihr könnt Euch so gegenseitig pushen und auffangen.

Ich selbst stehe mit einigen Bloggern in regelmäßigem Austausch. Mit einigen bereits seit einigen Jahren, lange bevor ich mit Phuketastic Erfolg hatte und noch mit anderen Projekten beschäftigt war. Einige davon habe ich mittlerweile auch persönlich getroffen.

Kontaktiere Menschen, die bereits da sind wo Du hinwillst!

Wer könnte Dir besser weiterhelfen, als jemand, der bereits da ist, wo Du hinwillst. Er oder sie hat bewiesen, dass es möglich ist, ein solches Ziel zu verwirklichen. Und darum solltest Du alles daran tun, von diesen Vorbildern zu lernen. Du machst das, indem Du ihren Blogs, Produkten, Videos und Seminaren etc. folgst. Aber noch effektiver ist es u.U. sie direkt zu kontaktieren.

Was ich immer wieder festgestellt habe ist, dass die meisten Menschen, die etwas erreicht haben sehr freizügig mit ihrem Wissen umgehen. Sie helfen gerne weiter. Gerade im englischsprachigen Raum habe ich das bei sehr erfolgreichen Bloggern mehrfach erlebt, dass sie in relativ kurzer Zeit auf Fragen geantwortet haben. Aber auch im deutschsprachigen Raum habe ich von einigen wirklich erfolgreichen und beschäftigten Geschäftsleuten eine Antwort auf Emails bekommen.

Was Du aber auf keinen Fall tun solltest ist allgemeine Fragen stellen oder erwarten, dass Du an die Hand genommen wirst. Die meisten Menschen, die Erfolg haben sind ziemlich busy. Darum überlege Dir ganz genau ein oder zwei sehr konkrete Fragen, die Dir weiterhelfen könnten. Fasse Dich kurz, bedanke Dich im Voraus und weise daraufhin, dass Du Dir bewusst bist, wie beschäftigt die Person ist die Du kontaktierst. Außerdem solltest Du auf jeden Fall prüfen, ob Deine Frage nicht bereits dutzendfach auf dem Blog beantwortet wurde oder mit einer einfachen Google Suche beantwortet werden kann.

Ebenfalls hilfreich um einen ersten Kontakt herzustellen können Roundup Posts sein, wie meiner über unrealistische Ziele. Wenn Du erst einmal eine Antwort bekommen hast und damit einen ersten Kontakt hergestellt hast kannst Du vielleicht später nochmal eine Frage stellen. Aber halte Dich dabei an das weiter oben beschriebene.

Hol Dir imaginären Support von Menschen, die Dich inspirieren!

Ok, das klingt jetzt vielleicht zunächst etwas strange oder psycho. Ist es auch:) Aber ganz ehrlich, wenn Du Dich darauf einlässt, dann kann das ein wirklich gutes Tool sein!

Stell Dir einfach vor wer Dich inspiriert, beeindruckt und motiviert. Das können reale Personen sein. Lebende oder Tote. Es können aber auch fiktive Charaktere aus einem Buch oder Film sein. Das spielt gar keine Rolle.

Such Dir am besten Personen aus verschiedenen Bereichen aus. Aber Bereiche, die zu Dir und Deinem Ziel passen. Wenn Du also erfolgreich mit Aktien werden willst dann vielleicht Warren Buffet, wenn Du Bodybuilder werden willst, der eine Filmkarriere macht und ueberhaupt ein Vorbild für das ist, was man im Leben erreichen kann dann vielleicht Arnold Schwarzenegger.

Falls Du jemanden brauchst, der Dich immer wieder motiviert nicht aufzugeben, dann vielleicht Rocky.  Ich denke Du verstehst worauf ich hinaus will.

Nimm Dir einen ruhigen Moment und lade diese Personen in Gedanken zu Dir ein. Stell sie Dir bildlich vor, wie sie sprechen, wie sie aussehen und stell ihnen eine Frage zu Deiner jetzigen Situation. Lass die Figur, die Du Dir vorstellst die Frage ganz aus ihrer Sicht beantworten.

Du wirst sehen, dass funktioniert mit etwas Übung und wenn Du Dich darauf einlässt sehr gut. Und Du kannst Deine imaginäre Freunde, ja ich weiß das ist irgendwie psycho;), überall hin mitnehmen und um Rat fragen. Aber stell Dir vor Du gehst in ein geschäftliches Meeting und hast Donald Trump als Berater auf Deiner Schulter sitzen. Meinst Du das macht einen Unterschied in Deinem Auftreten?

Tritt einer Mastermind Gruppe bei oder gründe selbst  eine

Mastermind Gruppen sind kleine Gruppen von Menschen, aus unterschiedlichen oder auch ähnlichen Lebens- und Businessbereichen, die sich gemeinsam austauschen und bei der Verwirklichung ihrer Ziele helfen. Dabei trifft man sich z.B. 2x im Monat in Person oder auch Online und diskutiert Strategien, Trends und Tools, stellt die eigenen Projekte vor und erhält Feedback. Bei jedem Treffen formuliert man Ziele, die bis zum nächsten Treffen erreicht werden sollen. Da die anderen Teilnehmer der Gruppe Dich nach Deinen Zielen fragen werden hast Du einen gewissen sozialen Druck diese auch zu erreichen.

Mastermindgruppen sind also so etwas wie die imaginären Freunde aber eben im richtigen Leben:)

Mehr zu Mastermindgruppen findest Du z.B. in diesem Beitrag von Thomas von selbst-management.biz.

Ich selbst bin seit einigen Wochen in einer solchen Gruppe und schwer begeistert. Darum kann ich jedem nur empfehlen sich selbst einer Mastermind Gruppe anzuschließen oder selbst eine zu gründen.

Nimm an Foren oder Facebook Gruppen teil

Es gibt mittlerweile zu fast jedem Thema eigene Foren und auch Facebook Gruppen in denen ein reger Austausch stattfindet. Meist findet sich dort eine Mischung aus einigen alten Hasen und vielen Neulingen. Hier hast Du die Möglichkeit Fragen zu stellen und sehr schnell Feedback zu bekommen. Allerdings gilt auch hier wieder, dass Du Dich erst einmal informieren solltest, welche Fragen schon zu Genüge diskutiert wurden. Oder über eine einfache Google Suche zu beantworten wären. Niemand wird einfache Recherchen für Dich übernehmen oder Dir eine Schritt für Schritt Anleitung geben.

Was ich z.B. in der Facebook Gruppe für digitale Nomaden sehr schön finde, abgesehen vom allgemein sehr positiven Austausch dort, ist, dass über die Gruppe auch immer wieder offline Treffen organisiert werden. Ich kann zwar aufgrund meines Wohnorts in Thailand nie teilnehmen, aber ich finde die Idee klasse und kann mir vorstellen, dass der persönliche Kontakt mit Gleichgesinnten sehr motivierend sein kann.

Geh zu Meetups, Konferenzen, Seminaren, Stammtischen etc

So praktisch auch der ganze digitale Austausch ist, es geht doch nichts über ein Treffen in Fleisch und Blut.  Und mittlerweile gibt es wirklich in jeder Ecke Deutschlands, aber auch in Österreich und der Schweiz regionale und lokale Meetups und Stammtische zu den verschiedensten Themen. Eine kleine Google Suche spuckt bestimmt jede Menge Treffer aus. Auch über lokale Xing Gruppen werden viele Treffen organisiert.

Wenn Du etwas Geld investieren möchtest dann buch Dir ein Ticket für eine Konferenz oder ein Seminar zu Deinem Thema. Du lernst nicht nur jede Menge Strategien, die Du für die Verwirklichung Deines Traums brauchen kannst, sondern lernst dabei ganz nebenbei noch Gleichgesinnte kennen, mit denen Du Dich auch danach weiterhin austauschen kannst.

Falls Du Dich für ortsunabhängiges Arbeiten interessierst könnte z.B. die DNX in Berlin etwas für Dich sein. Für Blogger gibt es demnächst die erste Konferenz, namens Blogst.

Ich selbst war auch schon auf dem Motivationstag von Jürgen Höller in Nürnberg, oder auf dem 3-tägigen Millionaire Mind Intensive von T.Harv Eker in Kuala Lumpur. Und es war immer spannend, v.a. auch zu sehen, wie solche Events veranstaltet werden, motivierend und ich habe dabei tolle Menschen kennengelernt.

Du hast nun eine ganze Reihe von Möglichkeiten kennengelernt, mit denen Du mit Gleichgesinnten Menschen in Kontakt treten kannst. Möglichkeiten mit denen Du Dir ein Support Netzwerk aufbauen kannst. Ein Netzwerk, dass Dir dabei helfen kann Deine unrealistischen Ziele und großen Träume zu verwirklichen.

Natürlich sollst Du deswegen Deine anderen Freunde oder Deine Familie nicht aufgeben. Aber Du solltest zumindest selektiver werden mit wem Du Deine Zeit verbringst. Mit wem Du über Deine Ziele sprichst.

Denn es gilt der Grundsatz:

[Tweet “ „Du bist der Durchschnitt der 5 Personen mit denen Du die meiste Zeit verbringst.“ Jim Rohn „]

Es ist egal, wo Du diese Menschen triffst und wie Du mit ihnen in Kontakt trittst. Wichtig ist nur, dass Du Dich mit Menschen umgibst, die Dich inspirieren, die Dich motivieren, Dich Dich weiterbringen und Dich nicht für verrückt halten, weil Du große Träume hast.

Over to you! Wie planst Du mehr Gleichgesinnte zu treffen und Dir ein Support Netzwerk aufzubauen?

mythen über das finden deiner Leidenschaft

5 Mythen über das Finden Deiner Leidenschaft

mythen über das finden deiner Leidenschaft

Bist du im Internet schon mal ein klein wenig in dieses ganze Online Business, im Internet Geld verdienen, selbständig machen, die Erfüllung finden usw Thema gestoßen?

Dann hast du sicherlich auch nicht den großen Ratschlag verpasst, der da lautet:

Du musst nur deiner Leidenschaft folgen, dann kommt alles andere von ganz alleine.

Und jetzt bist Du auch auf der Suche nach DEINER Leidenschaft?

Falls nein, fang besser gar nicht an zu suchen!

Falls ja, hör besser auf damit!

Ja, richtig. Du solltest besser damit aufhören nach Deiner Leidenschaft zu suchen!

Versteh mich nicht falsch! Es ist nicht schlecht seine Leidenschaft zu finden.

Im Gegenteil.

Es ist super zu wissen, was Dich antreibt und wofür Du brennst. Und falls Du Deine Leidenschaft kennst und diese Leidenschaft mit Deiner Arbeit ausleben kannst umso besser. Aber für die meisten Menschen ist die Suche nach der Leidenschaft eine unmögliche Aufgabe, die sie frustriert und davon abhält einfach mal anzufangen.

Das Problem dabei ist nicht die Leidenschaft an sich, sondern die falschen Vorstellungen, die wir davon haben, was eine Leidenschaft eigentlich ist. Es gibt einige Mythen rund um das Finden und Leben von Leidenschaften. Und es sind diese Mythen, die es Dir unmöglich machen Deine Leidenschaft zu finden.

Mythos 1 – Die Leidenschaft zu finden ist wie Erleuchtung

Für die meisten Menschen ist Leidenschaft etwas was irgendwo da draußen ist und darauf wartet entdeckt zu werden. Viele stellen sich den Moment des Findens wie eine Erleuchtung vor. Blitzartige Erkenntnisse, begleitet von Lichterscheinungen und dann unglaubliche Klarheit über den weiteren Lebensweg.

Das ist natürlich vollkommener Blödsinn.

Vielleicht gibt es tatsächlich den einen oder anderen, der eine „göttliche“ Eingebung hatte und seitdem genau weiß, was die eigene Leidenschaft ist. Aber für die anderen Normalsterblichen wird das nicht passieren.

Und so stoßen sie bei ihrer Suche nach der Leidenschaft immer wieder auf Dinge, die sie gerne machen aber lehnen sie ab, weil sich das große Erleuchtungsgefühl nicht einstellt.

Merke: Deine Leidenschaft wird sich nicht durch Special Effects bemerkbar machen. Schau Dir stattdessen an, was Dir Spaß macht. Womit Du Dich häufig und gerne beschäftigt und entscheide Dich selbst dafür, was Deine Leidenschaften sind.

Sind!

Also Plural, denn:

Mythos 2 – Es gibt die EINE große Leidenschaft in Deinem Leben

Viele Suchende verzweifeln, weil sie nicht die EINE Leidenschaft finden können. Sie haben viele verschiedene Interessen und können sich nicht entscheiden.

Das muss aber auch gar nicht sein.

Nur eine einzige, große Leidenschaft zu haben mag vielleicht für einen Teil der Bevölkerung zu treffen. Die wissen dann aber meist schon recht früh was sie machen wollen. Z.B. wenn jemand bereits als Kind weiß, dass er Profisportler werden möchte und alles andere dafür unterordnet.  Schön für diese Menschen.

Aber ich glaube nicht an EINE große Leidenschaft. Ich selbst habe viele verschiedene Bereiche, die mich stark interessieren, unterschiedlichste Aktivitäten die mir Spaß machen und in die ich mich leidenschaftlich einbringe. Ich würde keine einzige dafür aufgeben, nur um EINE EINZIGE Sache zu tun.

Alleine der Gedanke daran macht mir Angst!

Falls Du ähnlich tickst, dann akzeptiere es einfach. Bloß weil jemand anderes nur eine Leidenschaft im Leben hat, heißt das noch lange nicht, dass Du nicht 5 oder 10 haben darfst. Du kannst sie kombinieren, gleichzeitig ausüben oder auch wieder aufgeben.

Ja, sogar aufgeben.

Denn nur weil Du eine Zeitlang für etwas gebrannt hast, heißt das noch lange nicht, dass Dein Interesse nicht irgendwann wieder erlöschen kann. Wenn das der Fall ist. Dann lass es sein und wende Dich etwas Neuem zu.

Fakt ist: Du bist vermutlich für viele Sachen leidenschaftlich und hast Spaß dabei. Auch wenn es sich nicht, wie die ultimative Leidenschaft anfühlt. Das muss es auch nicht.
Du kannst und musst ganz alleine darüber entscheiden, welchen Stellenwert diese Leidenschaften in Deinem Leben haben sollen.

Ein super Buch zu diesem Thema ist übrigens, „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du 1000 Träume hast“ von Barbara Sher.

Mythos 3 – Mit Leidenschaft empfindest Du Arbeit nicht mehr als Arbeit

Oder anders formuliert: Tu was Du liebst und Du musst nie wieder arbeiten.

Hört sich gut an. Stimmt aber nicht ganz!

Sorry, dass ich Dich jetzt etwas enttäuschen muss, aber nur weil Du etwas leidenschaftlich machst bedeutet das nicht, dass Du gar nicht mehr arbeiten musst. Klar, solange Du nur Deine Leidenschaft ausübst magst Du diese nicht als Arbeit empfinden. Aber es gibt immer Tätigkeiten, die dazu gehören, die Du nicht magst und dennoch tun musst.

Ich habe großen Spaß an meiner Arbeit. Ich bin mit Leidenschaft dabei. Zumindest in manchen Bereichen meiner Tätigkeit. Andere Bereiche dagegen frustrieren mich. Ich sträube mich gegen manche Aufgaben, die zu meinem Business gehören. Ich prokrastiniere. Und ich mache sie dann letztlich nur, weil ich sie eben machen muss. Weil ich sonst andere Bereiche, die mir wirklich Spaß machen nicht ausüben kann oder meine Familie kein Essen auf den Tisch bekommt.

Die eigene Leidenschaft zu finden und zum Beruf zu machen ist sehr hilfreich für die große Motivation und Du wirst sicherlich mehr Spaß haben, als in einem normalen Job, der Dich nicht erfüllt. Aber es ist kein Ausweg, um nie wieder arbeiten zu müssen.

Tim von Earthcity beschreibt das wunderbar in seinem Beitrag, in dem er in Frage stellt, ob wirklich jeder ein digitales Nomadenleben führen möchte.

Mythos 4 – Wenn Du Deine Leidenschaft kennst wird jeder Tag großartig

Wäre doch eine tolle Formel:

Leidenschaft kennen = Keine Probleme mehr = Jeder Tag großartig

Ist aber nicht so.

Natürlich bist Du vermutlich überwiegend gut drauf, wenn Du Dich vor allem mit Dingen beschäftigst, die Dich begeistern. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Du vor allen Problemen des Alltags gefeit bist, dass Du kritisiert wirst, dass Du auf Widerstände stößt.

Jeder hat mal einen schlechten Tag. Jeder hat mal Zeiten in denen er zweifelt. Und gerade, wenn Du versuchst mit etwas wofür Du brennst Geld zu verdienen wirst Du Dir Kritik deutlich stärker zu Herzen nehmen.

Leidenschaft ist nicht das Allheilmittel für ein besseres Leben.

Mythos 5 – Deine Leidenschaft basiert auf Deinen Vorerfahrungen und Kenntnissen

Die meisten Suchenden verstehen Leidenschaft als eine Tätigkeit, die sie bereits ausüben, oder bereits ausgeübt haben und in der sie gut sind. Darum suchen wir nach Hinweisen und Informationen über Tätigkeiten, die wir ausgeführt haben, die uns Spaß machten und die wir irgendwie zu einem Puzzle zusammenfügen können, dass uns den Weg zeigt.

Wir versuchen also unsere Zukunft zu erschaffen indem wir unsere Vergangenheit betrachten. Es ist, wie wenn wir mit (eingetrockneten) Wasserfarben vor einer Leinwand sitzen und darauf warten, dass darauf ein Gemälde entsteht.

Dabei haben wir es selbst in der Hand unsere Zukunft zu gestalten. Es ist unsere Entscheidung was wir daraus machen. Du brauchst keine Vorerfahrung um einfach mal loszulegen. Du brauchst keine speziellen Kenntnisse um für etwas leidenschaftlich zu sein.

Holger von Zendepot ist eigentlich Arzt, aber betreibt dennoch einen Finanzblog. Ohne eine spezielle Ausbildung. Aber ihn faszinierte das Thema, also wagte er sich daran.

Mythos 6 – Leidenschaft ist ein Endziel

Viele stellen sich das Finden der Leidenschaft als das eigentliche Ziel ihrer Reise vor. Wenn ich erst meine Leidenschaft gefunden habe, dann wird alles andere einfach. Aber die Leidenschaft ist nicht das Ziel. Leidenschaft ist der Weg. Du kannst leidenschaftlich sein, Deine Leidenschaft zu finden. Und wenn Du sie gefunden hast bist Du vollkommen perspektivlos, weil Du Dein Ziel erreicht hast und nicht weißt, wie es nun weitergehen soll.

Viel besser ist es Leidenschaft als den Weg anzusehen. Du setzt Dir ein großes Ziel, das Du erreichen willst. Die Art von Person, die Du sein möchtest. Und arbeitest dann leidenschaftlich am Erreichen dieses Ziels.

Anstelle nach Deiner Leidenschaft zu suchen probiere folgendes

Versuche nicht etwas zu finden, was irgendwo da draußen ist, sondern entscheide, wie Dein ideales Leben aussehen sollte. Dafür brauchst Du keine Leidenschaft. Leidenschaft stellt sich ganz von alleine ein, wenn Du Dinge tust, die Dir Spaß machen und Dich voran bringen.

Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, was Deine Leidenschaft ist, dann wähle einfach irgendetwas aus was Dir Spaß macht und fange damit an. Mach es von ganzen Herzen, versuche gut darin zu werden. Du wirst sehr schnell merken, ob es Dich erfüllt oder nicht und Du kannst unterwegs anpassen.

Markus Cerenak, wohl einer der bekanntesten Leidenschaftsblogger im deutschsprachigen Raum, fing einfach mal mit dem Bloggen an. Es war zunächst nur eine Idee, etwas was er ausprobieren wollte, dadurch entdeckte er eine ganz neue Leidenschaft und baute ein Business darum auf.

Eine ganz einfache Formel:

Mach mehr von dem was Dir Spaß macht und weniger von dem was Dich runter zieht.

Lass Dich nicht von der Suche nach Deiner Leidenschaft davon abhalten das Leben zu erschaffen von dem Du träumst.

Du hast es in der Hand. Es ist Dein Leben.

Lass mich doch wissen, ob Du dem einen oder anderen Mythos erlegen bist? Oder vielleicht bist Du ganz anderer Meinung und möchtest mir diese einmal gehörig sagen:)? Nur zu!