Als Student in Bangkok – Interview mit Alex

studieren in bangkok

Nachdem wir Anfang der Woche den Bericht von Werner gelesen haben, der erst vor kurzem nach Bangkok ausgewandert ist, habe ich heute einen weiteren Auswanderer im Interview. Alex ist ein guter Freund, den ich auf Phuket kennengelernt habe, als wir gemeinsam für dieselbe Tauchbasis arbeiteten. Leider sehen wir uns mittlerweile viel zu selten, da er seit einiger Zeit in Bangkok lebt. Wie es ihn nach Thailand verschlagen hat und was er heute macht, dass erzählt er uns im Interview…

Stell Dich doch bitte mit ein paar Worten vor! Woher kommst Du ursprünglich und wie lange bist Du schon in Thailand, was machst Du hier?

Hi, ich heisse Alex Loew und komme urspruenglich aus der Gegend von Nuernberg, genauer gesagt Weissenburg in Bayern. Ich bin seit September 2005 in Thailand und im Moment mache ich ein internationales Studium, in Mass Communication Technologies mit dem Schwerpunkt Journalismus, in Bangkok an der Ramkhamhaeng Universitaet.

Was hat Dich ursprünglich nach Thailand verschlagen? Warum ausgerechnet Thailand?

Nach Thailand bin ich um des Tauchens Willen gekommen. Durch meinen Vater bin ich auf eine Tauchbasis mit einem sehr guten Namen in der Taucherwelt gestossen. Diese hat eine halbjaehrige Ausbildung zum Tauchlehrer angeboten, welche ich dann absolviert habe.

tauchen similian genesis liveaboard

Thailand erschien mir auch als ein Land mit einer sehr interessanten Kultur, vor allem durch den Buddhismus. Fuer mich war es auch eine Moeglichkeit das Leben aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.

 Was gefällt Dir am Leben in Thailand, was weniger?

Am Leben in Thailand gefaellt mir vor allem das tropisch, warme Klima und das eher abenteuerliche Leben, es verlaeuft hier nicht alles in geregelten, langweiligen Bahnen wie in Deutschland.

Was mir weniger gefaellt ist die Korruption die in Thailand alltaeglich ist. Das faengt meiner Meinung nach bei der korrumpierten Politik an, welche aus Angst vor Machtverlust ihre Buerger durch ein ebenfalls korrumpiertes Ausbildungs- und Schulsystem mit Absicht dumm haelt, damit die Elite ihre Macht etablieren kann.

Durch das Pflegen dieser korrupten Kultur hat sich die Gier nach Geld und Macht als eine der hoechsten Tugenden in Thailand heraus kristallisiert. Das spiegelt sich wieder in der Art und Weise, wie vor allem die Elite des Landes mit der Ausbeute von Natur, Umwelt und Menschen umgeht..

Es ist aber interessant zu beobachten und durch mein Studium, ein Teil davon zu sein, wie gerade in der gebildeten Gesellschaftsschicht und dort explizit in der neuen Generation, bei einigen Thais ein Umdenken statt findet ,welches gegen alte Konventionen und ueberholten Traditionen aufbegehrt.

Du warst zwischendurch für einige Monate zurück in Deutschland. Warum bist Du wieder zurück nach Thailand?

Weil ich hier eine Chance gesehen habe dem Trott zu entfliehen der mich in Deutschland einverleibt. Jeder noergelt dort rum wie schlecht es ihm geht, das steckt an.

 Mittlerweile studierst Du in Bangkok. Wie ist das Studentenleben in Bangkok? Wie finanzierst Du das Studium?

Ich arbeite in den Semesterferien in Phuket, bei der Tauchbasis bei der ich meinen Tauchlehrer gemacht habe und fuer welche in den letzten acht Jahren als Tauchlehrer, Cruising Director auf dem Safariboot und als Office Manager gearbeitet habe.

tauchen auf phuket

Mit einem Tauchgast vor einem Tauchgang

tauchen thailand similan sea bees marco polo

Mit der Crew des Safariboots

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne die Unterstuetzung meiner Eltern, welche mir ein zinsloses Darlehen gewaehren, haette ich aber Schwierigkeiten.

 Welche Unterschiede siehst Du im Leben zwischen Bangkok und Phuket?

Phuket ist sehr vom Tourismus beeinflusst. In Bangkok kann man nochmal sehr viel mehr ueber thailaendische Traditionen lernen. Trotzdem bevorzuge ich den Strand und das Meer, dem Verkehrsstau und der in Smog gehuellten Skyline. Aber Bangkok ist trotzdem eine sehr facettenreiche und darum hoechst interessante Stadt…Phuket hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, gerade die touristischen Ecken sind in der Hochsaison stark ueberlaufen und der Massentourismus manifestiert sich auch in den steigenden Preisen. Trotzdem existieren dort auch noch ein paar sehr schoene Plaetze, darum komm ich immer noch gerne wieder.

Ich liebe die riesigen weissen Sandstraende noerdlich des Flughafens, dort ist oft kein Mensch und in den kleinen Strandrestaurants bekommt man sehr gute, authentische, suedthailaendische Spezialitaeten zu fairen Preisen.

In der Nebensaison, wenn es um einiges weniger Andrang an den Straenden suedlich von Patong gibt, reizt mich das Surfen, das um diese Jahreszeit populaer auf Phuket ist. Man muss allerdings auf gefaehrliche Rissstroemungen achten und man darf auf keinen Fall die roten Flaggen, welche vor solchen warnen, ignorieren.

Was mich an Phuket fasziniert ist, dass ich obwohl ich dort ueber 5 Jahre gelebt habe, ich immer noch neue Highlights und ruhige, bezaubernde Orte finde, die vom Massentourismus noch verschont sind.

Bei meinem letzten Aufenthalt auf der Insel, habe ich durch eine Freundin die Jamrock Bar entdeckt. Das ist eine Reggae Bar unterhalb des Kata Viewpoints. Sie ist angeschrieben, wenn man aus Naiharn kommt und Richtung Kata faehrt. Es ist eigentlich nur ein kleiner Bretterverschlag eingebettet in die Natur zwischen grossen fuer die Gegend typischen Granitfelsen mitten im Dschungel und mit einem grandiosen Ausblick auf das Meer.

 Wie ist das mit der Sprache? Wie gut sprichst Du Thai und wie hast Du es gelernt?

Seit zwei Jahren, seit dem ich in Bangkok bin habe ich das Thai-Alphabet gelernt und kann jetzt lesen. Das mit dem schreiben ist noch einmal eine andere Sache. Ich hatte nie offiziell Unterricht in Thai. Das meiste habe ich mir selbst beigebracht und von Freunden, Arbeitskollegen und Alltagssituationen gelernt.

Ich wuerde sagen ich kann mich in jeder Situation verstaendlich machen. Ich kann Smalltalks fuehren und verstehen, manch spezifische Themen anschneiden aber ich bin noch nicht in der Lage auf hoeheren Ebenen zu diskutieren.

 Könntest Du Dir vorstellen für immer in Thailand zu leben, oder möchtest Du irgendwann weiter oder vielleicht doch zurück nach Deutschland?

Mein Plan ist es weiter zu gehen und mehr Erfahrungen in anderen Teilen der Welt zu sammeln. Auch die Moeglichkeit eines Lebens in Deutschland moechte ich nicht aus den Augen zu verlieren.

Thailand ist ein nettes Land in dem ich viele nette Menschen kennen gelernt habe und die guten Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, uebertreffen die Schlechten bei Weitem aber am Ende bin ich hier trotzdem immer der Farang, egal wie gut ich Thai spreche.

Wir werden sehen wie es weiter geht…

 Seit einigen Monaten arbeitest Du an einem Projekt, das Dir sehr am Herzen liegt. Worum geht es dabei?

Das Projekt nennt sich STart, das steht fuer SAVE THEM art. Mit STart will ich meine beiden Passionen, das Tauchen und das Zeichnen vereinbaren, um damit der Natur, von der wir alle abhaengen, etwas gutes zu tun.

Nach dem ich hautnah mit erlebt habe, wie die marine Artenvielfalt durch Gier, Ignoranz und Unwissenheit, systematisch zerstoert wird, hatte ich die Idee zu einer Marke, welche von meinen Designs, von abstrahierten marinen Lebewesen und dem Aufruf diese zu schuetzen lebt.

Mit STart will ich auf die Ausbeutung natuerlicher Lebensraeume und Ressourcen aufmerksam machen.

Ich will Leute die direkt und indirekt vom Meer leben, durch Aufklaerung dazu bewegen etwas fuer ihre Umwelt zu tun um diese fuer die jetzige Generation und die naechsten Generationen zu erhalten.

Meine Designs sollen die Schoenheit und die Perfektion der Natur hervorheben und damit zu ihrem Erhalt beitragen- „Save The creatures of Nature’s art“ Und vor allem den Menschen bewusst machen, dass wir alle ein Teil der Natur sind.

t-shirt design hai

T-Shirt Design von Alex

t-shirt design octopus

T-Shirt Design von Alex

 Was sind Deine weiteren Pläne für STart? Welche Möglichkeiten daran zu beteiligen gibt es?

Der naechste Schritt ist es die Designs auf die T-shirts zu bringen um dann moeglichst viele zu verkaufen. Der Verkauf der Shirts soll die Aufklaerungs- und Konservierungsprojekte vor Ort tragen.

Die Shirts sollen dem Traeger als Verfechter der Natur und als Schuetzer der marinen Artenvielfalt auszeichnen Es soll damit unsere Message moeglichst weit verbreitet werden , etwas zu tun bevor es zu spaet ist und im gleichen Moment auch dieses “ Etwas“ definieren.

Im Moment suche ich noch Sponsoren die mich finanziell etwas bei meiner Idee unterstuetzen…Als Student sind meine Möglichkeiten etwas eingeschränkt…

Alex, vielen Dank für das Interview!

Ich kenne das Projekt von Alex sehr gut und finde es eine großartige Sache. Davon mal abgesehen sind die T-Shirt Designs der Hammer! Wer also Interesse an seiner Idee hat, darf ihn gerne kontaktieren. Besucht dafür am besten die Facebook Seite von STart.

Auswandern nach Bangkok Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht von Werner – Auswandern nach Bangkok

Auswandern nach Bangkok Erfahrungsbericht

Ich finde persönliche Erfahrungen immer sehr spannend. Gerade wenn es darum geht, wie andere ihre Auswanderung erlebt haben. Aus vielen Mails und Kommentaren weiss ich, dass es auch vielen Phuketastic Lesern so geht. Darum freue ich mich, dass ich Werner, seit längerem Leser meines Phuket Blogs, als Gastautor gewinnen konnte. Werner ist erst vor wenigen Wochen von Deutschland nach Thailand ausgewandert und lebt jetzt in der Hauptstadt Bangkok.
Im heutigen Gastbeitrag erzählt er uns seine ganz persönliche Geschichte…

Wie alles begann – die Idee vom Auswandern entsteht

Alles begann Anfang der 90er – Jahre mit einer Rundreise durch Südostasien. In 17 Tagen Frankfurt – Singapur – Bali – Bangkok – Frankfurt. Ich war zuvor noch nie in Asien. Die Reise diente dazu einen Überblick über 4 verschiedene Regionen Asiens zu erlangen, um später entscheiden zu können, wo es sich lohnt noch einmal „tiefer einzusteigen“. Bangkok war eindeutig der Höhepunkt der Reise. Dort war die Affinität zu Land und Leuten am größten und so beschloß ich für meinen nächsten Urlaub eine Thailand – Rundreise zu buchen. In den darauf folgenden Jahren führten mich meine Urlaubsreisen immer wieder nach Thailand und so besuchte ich im Laufe der Jahre Bangkok, Phuket, Chiang Mai, Mae Hong Son, Chiang Rai, Pattaya, Rayong, Ayutthaya, Kanchanaburi, den River Kwai, Nakhon Pathom, Khanom und Koh Samui.

In dieser Zeit wurde der Gedanke geboren möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit zu verdienen, um möglichst früh und in noch einigermaßen jungen Jahren nach Thailand ziehen zu können. In dieser Zeit gefiel mir das scheinbar sorglose und glückliche Dasein der Thais, die (meist) viel weniger Mittel, als westliche Bevölkerungen zur Verfügung haben und dennoch zufriedener zu sein schienen, als ewig gestresste Europäer oder Amerikaner. Ich muss an dieser Stelle einräumen, dass ich die Thais (zumindest in Bangkok) ganz so sorglos und stressfrei heutzutage nicht mehr erlebe und das auch hier inzwischen oftmals der Stress Einzug gehalten hat. Das fällt besonders in der U – Bahn auf, wo das „ewige Lächeln“ dem Termindruck und dem Stress scheinbar gewichen ist.

Ich studierte damals in Deutschland Physik und arbeitete danach 22 Jahre im Vertrieb. Als Teamleiter für Sales und Service, sowie später als Key Account Manager in verantwortlicher Position mit einem sehr großen Umsatzdruck. Von meinen Verhandlungen mit den „big global Playern“ hingen ca. 20% des Gesamtumsatzes meines Arbeitgebers ab. Mein o.g. Ziel schnell Geld zu verdienen, um in Deutschland schnell weg kommen zu können rächte sich allerdings später leider. Mit 48 Jahren und 22 Jahren Berufserfahrung im Vertrieb verliessen mich die Kräfte. Ich konnte keinen Tag mehr länger in diesem Job arbeiten und so kündigte ich – zur Verwunderung aller – meinen gut bezahlten Job selbst, um endlich wieder selbst- und nicht mehr fast ausschließlich fremdbestimmt Leben zu können.

Mein ursprünglicher Plan nach meinem 50. Geburtstag zu kündigen und Deutschland zu verlassen ging dadurch leider nicht mehr auf.

Thailändisch lernen als Vorbereitung auf die Auswanderung

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Die Visabestimmungen Thailands nennen folgende Grundvoraussetzungen für die Erlangung eines „Retirement Visa“. Alleinstehende Antragsteller müssen das 50. Lebensjahr vollendet haben und ein Bankguthaben von mindestens 800.000 THB auf einem Konto bei einer thailändischen Bank nachweisen können. Der Nachweis eines tadellosen Führungszeugnisses und eines Gesundheitszeugnisses versteht sich natürlich von selbst.

Wie konnte ich nun also die 2 Jahre „Wartezeit“ im Sinne der Verfolgung meines Ziels nutzen ?

Für mich stand von Anfang an außer Frage, dass ich die Sprache der Bevölkerung des Landes sprechen können muss, in dem ich einmal dauerhaft leben möchte ! Schon zu Zeiten meiner Berufstätigkeit besuchte ich abendliche Thai – Kurse bei der Volkshochschule Frankfurt, um einen einstieg in die doch eher gewöhnungsbedürftige und für Europäer nicht ganz einfache Sprache zu erlangen, da es sich bei Thai um eine tonale Sprache mit 5 verschiedenen Tonhöhen handelt. Man muss dazu sagen, dass meine Talente (als Physiker) eher in naturwissenschaftlichen Bereichen zu finden sind, als im Erlernen von Fremdsprachen …

Schnell stellte sich heraus, dass man mit 2 Stunden Thai pro Woche am Abend nach getaner Arbeit nicht wirklich zügig im Erlernen einer Sprache voran kommt. Nachdem der Einstieg nun aber schon einmal geschafft und die Zeit aufgrund der Kündigung vorhanden war beschloss ich das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Ich buchte einen Thai – Sprachkurs mit insgesamt 300 Unterrichtsstunden (15 Wochen, Mo. – Fr. von 9.00 – 12.00 Uhr) in einer Sprachschule in Bangkok und kam so gleichzeitig in den Genuss eines „Education Visa“ für 6 Monate. Dieser Langzeit – Aufenthalt diente auch dazu, mir wirklich klar zu werden, ob ich außerhalb einer Urlaubs – Situation in diesem Land für längere Zeit leben kann und möchte.

Den geneigten Lesern wird die Antwort sicherlich nicht verwundern. JA – ich konnte und ich wollte …

Nun galt es aber immer noch 1 Jahr bis zu meinem 50. Geburtstag im Februar 2013 zu überbrücken. Nach einem 6 – monatigen Aufenthalt in Deutschland machte ich mich erneut mit einem „Tourist Visa ,double entry“ auf die Reise nach Bangkok. Nach 60 Tagen buchte ich eine 1 – tägige Bustour nach Kambodscha, um weitere 60 Tage in meinen Pass gestempelt zu bekommen. Nach insgesamt 3 Monaten in Bangkok brach ich dann aber wieder auf, um die Feierlichkeiten anläßlich meines 50. Geburtstages organisieren zu können.

Die wichtigste Voraussetzung ist erfüllt – Jetzt geht die Vorbereitung erst richtig los

Dann kam endlich der „Tag der Erlösung“. Endlich 50 Jahre alt und damit wurde eine der geforderten Voraussetzungen für das Retirement Visa erfüllt !

deutscher auswanderer thailand

Ich benötigte dann noch einmal 4 Monate in Deutschland, um dort alles zu regeln. Es galt einen Mieter für meine Eigentumswohnung in Frankfurt zu finden, und alle Unternehmen, mit denen man irgendwie in Geschäftsbeziehung steht über meinen Wohnsitzwechsel zu informieren.

An dieser Stelle sei gesagt, dass dies eine der zermürbendsten Arbeiten war und auch noch heute ist. Mit einem der größten deutschen Lebensversicherer bin ich bis heute nicht im Reinen, da Versicherungen, Banken aber auch andere deutsche Unternehmen an ihre Grenzen zu stoßen scheinen eine „c/o – Adresse“ oder gar eine ausländische Adresse in ihren Stammdaten einzupflegen. Leider ist eine rein elektronische Korrespondenz über Online – Postfach oder E-Mail bei den meisten Unternehmen momentan noch vollkommen undenkbar.

Wieviel Papier und Porto könnten deutsche Unternehmen sparen, wäre man doch nur etwas näher in der realen Welt und etwas weniger im Zeitalter der Postkutschen ?

Selbst Internet – Provider haben ihre liebe Mühe damit eine Sonderkündigung wegen Umzugs ins Ausland zu akzeptieren. Hier scheint es in der Software keinerlei Möglichkeiten zu geben den Kunden als endgültig verloren zu kennzeichnen. Nach meiner Sonderkündigung steckte jeden Tag ein Angebot mit einem noch besseren und noch günstigeren Tarif im Briefkasten und ebenso wurden Scharen von Call – Center – Mitarbeitern damit beschäftigt, mich telefonisch doch zu einem Umdenken zu bewegen und doch bei dem ehemaligen Provider zu bleiben. Nach mehreren Tobsuchtsanfällen am Telefon erhielt ich dann scheinbar doch ein Kennzeichen in der Datenbank, dass man unter Androhung einer Unterlassungsklage nach Möglichkeit vermeiden solle bei mir anzurufen !

Unglaublich, auf welchem Stand sich so manches CRM – Tool wirklich großer und führender Firmen (auch DAX – Unternehmen) einer Industrienation Deutschland befinden !!!

Ich sehnte mehr und mehr den 1. Juli 2013 herbei. Dann hätte der Spuk endlich ein Ende. Ob mit gutem oder schlechtem Ausgang. Hauptsache weg …

Das Problem mit dem Umzug – Wie bringe ich meine Sachen nach Thailand?

Leider bestand jedoch vor dem Umzug noch das Problem – äähhh die Herausforderung (so hat man das ja mal in Managerseminaren gelernt) eine 90 qm große Wohnung in 3 Koffern mit nicht mehr als 40kg Gesamtgewicht zu packen. Für mich war klar, dass ich keinerlei Möbel mit nach Thailand nehmen würde. Auch bei allen anderen Sachen rechnet sich der Transport einfach nicht. Schließlich steht kein Arbeitgeber hinter mir, der alles bereitwillig bezahlt. Neben einem Container, dem Transport von Frankfurt an einen Seehafen, der Seefracht, einem Zollagenten in Bangkok und dem Transport vom Hafen ins Zentrum Bangkoks wäre vor allem eine größere Summe Einfuhrzoll zu bezahlen gewesen. Befreit vom Einfuhrzoll sind nämlich nur die Glücklichen mit einer Arbeitserlaubnis, einem beruflich veranlassten Umzug und einer Einfuhr innerhalb von 3 Monaten nach Einreise !

Wie sollte ich diese Herausforderung also meistern ???

Statt der erlaubten 40kg hatte ich 57,8kg eingechecktes Gepäck. Hier wurden für 7kg Übergepäck insgesamt 140 EUR bei der SriLankan Airlines fällig. Der Rest ging auf Kulanz. Statt der erlaubten 2 Handgepäckstücke mit nicht mehr als jeweils 7kg hatte ich 2 Handgepäckstücke mit jeweils 12kg. Die jeweils 5kg Differenz habe ich jedoch erst nach dem Check In am Flughafen zugepackt. Ein Kumpel flog 2 Wochen später mit wenig eigenem Gepäck nach Bangkok und nahm mir netter Weise einen weiteren Koffer mit 25kg Gewicht mit. Ein Paket – 17kg schwer – ist mit DHL für 94 EUR Versand-kosten auf den Weg gebracht worden und wurde hier nach 15 Tagen frei Haus angeliefert. Es beinhaltete vor allem längere Gegenstände, die selbst diagonal in meinen größten Koffer nicht gepasst hätten. Der Rest des Volumens wurde mit alten Klamotten, Betttüchern und Handtüchern belegt, so dass auch der Zoll in Bangkok nichts zu beanstanden hatte. Meines Wissens ist die Einfuhr von Kleidern und Büchern für den persönlichen Bedarf in Thailand zollfrei.

appartment in bangkok

Und zu guter letzt habe ich in Frankfurt noch mehrere kleinere Sachen liegen, die mir nach und nach meine Freunde mitbringen, die mich im Laufe der Zeit mal in Bangkok besuchen kommen wollen oder, die ich auf Heimaturlaub dann nach und nach einmal mitbringen werde.Hier handelt es sich um Dinge, die nicht lebensnotwendig sind, die ich aber gerne aus ideellen Gründen und weniger aus materiellen Gründen aufheben möchte. Eigentlich bräuchte man aus materiellen Gründen fast nichts mit nach Thailand zu bringen, da ich alleine für die 140 EUR Übergepäck – Gebühr bei Sri Lankan die Sachen 3 Mal hätte in Bangkok neu kaufen können. Aber wie gesagt darf man ja nicht alle Andenken aus rein materieller Sicht betrachten und beurteilen !

Der große Rest meines Hab und Guts in Frankfurt wurde an Familie und Freunde verschenkt oder über ein großes Internet – Auktionsportal mit 4 Buchstaben verkauft.

Behördengänge, Visa und Bankkonto in Thailand

Ich hatte ja bereits beim thailändischen Generalkonsulat in Frankfurt mein Retirement Visa, multiple entry oder wie es offiziell heißt : mein Non – Immigration O-A Visa multiple entry erhalten. Dort musste natürlich auch schon das Bankguthaben nachgewiesen werden.

Bei dem Versuch der Eröffnung eines Kontos bei einer thail. Bank kam ich mir vor wie der „Hauptmann von Köpernick“. Damals wollte mir keine thail. Bank ein Konto eröffnen ohne den Besitz einer gültigen Arbeitserlaubnis und eines gültigen Visums von mehr als 90 Tagen. Ein Visum von mehr als 90 Tagen erhält man aber nur unter Vorlage eines Bankguthabens bei einer thail. Bank !!!

Zum Glück habe ich damals während meines Sprachaufenthalts in Bangkok für den Tag X vorgesorgt. Ich ließ mir ein Schreiben von der Sprachschule geben sowie ein Schreiben meines Vermieters und konnte schließlich mein 180 Tage Education Visa vorweisen. Mit all diesen Unterlagen hatte die Kasikornbank ein Einsehen mit mir und eröffnete – nach gefühlten 100 Kopien aller Seiten meines Reisepasses und gefühlten 200 Unterschriften auf allen Kopien – ein Guthabenkonto. Denn es ging ja nie um eine Kreditkarte oder einen Dispokredit, sondern immer nur um ein reines Guthabenkonto als Vorzeigegeld für die Immigration in Bangkok.

Beim Erhalt meines Retirement Visa in Frankfurt wurde mir gesagt, dass ich mich innerhalb von 48 Stunden nach Einreise in Thailand bei der zuständigen Immigration in Bangkok melden müsse, um mein Retirement Visa registrieren zu lassen. Meine Frage, ob das nicht bereits automatisch bei der Einreise in Bangkok geschehen würde, wurde verneint. Nachdem ich also am 1. Juli 2013 in Bangkok gelandet und mein Apartment bezogen hatte, machte ich mich am Dienstag den 2. Juli 2013 auf den Weg ins ca. 30 km weit entfernte Chaeng Wattana – ein Regierungsviertel im Norden Bangkoks, in dem unter anderem auch die Immigration für den Bezirk Bangkok ansässig ist. Die frühere Anlaufstelle in der Soi Suan Plu ist für Visaangelegenheiten leider nicht mehr zuständig, sondern stellt nur noch Re – entry Permits aus.

Seit diesem Jahr wurde in Thailand die Beförderungspflicht für Taxifahrer eingeführt. Nur leider ist davon nichts zu spüren. An jenem Morgen, dem 2. Juli 2013 stoppte ich ca. 10 Taxifahrer, von denen 5 Fahrer die Fahrt wegen der großen Entfernung ablehnten und ich selbst ca. weitere 5 ablehnte, da sie ganz offensichtlich keinen Schimmer davon hatten, wie sie zu dem gewünschten Fahrtziel gelangen sollten. Mit Hilfe der Security vor meinem Apartmenthaus gelang es dann doch irgendwann einen Taxifahrer davon zu überzeugen die „lange“ Fahrt zu übernehmen. Mehr oder weniger glücklich im Immigration Office, Chaeng Wattana nach 90 – minütiger Fahrt angekommen erlebte ich DIE Überraschung.

sonnenuntergang in bangkok skyline

Die Dame am Informationsschalter schaute mich fragend an, was ich denn hier wolle ??? Ich hätte doch schließlich gestern bei der Einreise am Flughafen meinen Stempel bis zum 30. Juni 2014 bekommen. Ich solle mich also in 90 Tagen zum ersten Report wieder einfinden ! Desweiteren verweigerte Sie mir auch die Ausstellung eines Residence Cerificate, dass ich zur Beantragung meines Thai – Führerscheins benötigt hätte. Ein Residence Certificate könne erst nach dem ersten Report ausgestellt werden, da ich überhaupt erst dann im Computer der Immigration auftauchen würde.

Nun gut – ins nächste Taxi gestiegen (auf der Rückfahrt ins Zentrum Bangkoks gibt es nie Probleme ein Taxi zu finden), erneut 90 Minuten im Stau verbracht und rund 700 THB – für die Fahrten und die Maut – ärmer, kam ich unverrichteter Dinge wieder zu Hause an. Mit dem Wissen, dass ich diesen Trip ab sofort alle 90 Tage zum Report machen „darf“ …

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die ganzen Erlebnisse individuell mein Erlebnisse waren. Soll heißen, dass jederzeit und personenabhängig wieder alles ganz anders sein kann. Das muss man eben wissen, wenn man sich auf das Abenteuer Thailand einlässt …